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Pesäpallo
World Cup 2003 in Södertälje, Schweden
von Markus Olivier und Rulof Albert.
Mit zwei Bronzemedaille im Gepäck kehrten die deutschen Pesäpallo
Nationalmannschaften von der Weltmeisterschaft in Södertälje/Schweden
zurück. Das Herren-Team und die Mixed-Mannschaft belegten beiden den
dritten Platz.
Wie bei den letzten Titelkämpfen im australischen Melbourne reichte es
für die deutsche Auswahl wieder nur zum dritten Platz. Dabei startete
sie mit einer ansprechenden Leistung gegen den alten und neuen Weltmeister
Finnland und zeigte beim 0:2 (3:6, 0:5) bereits ihr bestes Spiel. Zwar waren
die Finnen in allen Belangen überlegen, doch das sehr gute deutsche Außenspiel
verschaffte den Favoriten zusehends Probleme. Lange Zeit hielten die Deutschen
im zweiten Jakso ein 0:0, sodass die Finnen vor dem letzten Vuoropari sogar
eine Auszeit nehmen mussten. Doch mit Routine und Gelassenheit schaukelte
Finnland die Partie mit fünf Läufen sicher nach hause.
Die gute Vorstellung des Finnland-Spiels brachte jedoch keine zusätzliche
Sicherheit für das deutsche Team und den Turnierverlauf. Gegen Australien
begannen die Deutschen nervös und verloren prompt den ersten Jakso 1:2.
Erst nach diesem Hallo-Wach-Effekt besannen sie sich auf ihre Stärken
und glichen mit einem 4:3 im zweiten Jakso aus, sodass die Entscheidung erst
im Kotiutus fallen musste. Dort führten die Australier nach drei Versuchen
mit einem Lauf. Nun war die deutsche Mannschaft am Zug. Den Ausgleich erlief
Matti Menschel (Reinin Reipas) nach einem Schlag von Andrej Augustin (Tahko
Berlin). Der Siegpunkt war dann aber eine reine Reipas-Angelegenheit. Hannu
Hötte machte es dabei seinem Läufer Rulof Albert extrem einfach.
Denn mit dem einzigen Kunnari der Weltmeisterschaft sorgte er für die
Punkte zwei und drei im Kotiutus und somit für die Entscheidung gegen
die Australier.
Keine Probleme hatte Deutschland beim 2:0 (6:1, 4:2)-Sieg gegen die zweite
Mannschaft der Schweden, die für die nicht angereisten Esten eingesprungen
sind.
Das letzte Spiel gegen Schweden 1 hatte dann schon Endspielcharakter. Denn
der Sieger dieser Partie war zugleich der Finalgegner der Finnen. Gegen die
mit Superpesis-erfahrenen finnischen Spielern gespickten Schweden versagten
den deutschen Spielern wieder einmal die Nerven. Nach einer indiskutablen
Leistung verlor Deutschland den ersten Jakso 1:3. Zwar steigerte sich die
deutsche Mannschaft nach der Pause noch einmal, doch Anfängerfehler besiegelten
die 0:2 (1:3, 2:3)-Niederlage und die zweite Bronzemedaille in Folge.
Erfreulicherweise konnte die deutsche Mannschaft dieses Jahr auch ein Mixed-Team
stellen, welches nicht nur durch sehr ansprechende sportliche Leistungen überzeugte,
sondern auch mit unermüdlichem Einsatz beim Anfeuern des Männer-Teams
für eine anhaltend gute Stimmung innerhalb des deutschen Teams sorgte.
Auf Grund von zwar verständlicher aber im nachhinein absolut unnötiger,
übergroßer Nervosität wurde leider das Auftaktspiel gegen die
schwedische Mannschaft vor allem im ersten Jakso völlig aus der Hand gegeben
und auch eine ganz hervorragende Leistung im zweiten Jakso reichte nicht aus,
um dieses bereits fürs Finale entscheidende Spiel noch herumzubiegen. Das
Endergebnis lautete 2-0 (3:13, 6:10) für Schweden.
Im zweiten Spiel gegen durchaus nicht schwache Australier zeigte dann das Team
was wirklich in ihm steckt, im ersten Jakso konnte ein 12:2 erreicht werden,
das zweite war dann zwar mit 7:3 etwas ausgeglichener, am Ende stand es aber
2-0 für Deutschland, ein großer Schritt zur ersten Medaille eines
deutschen Mixed-Teams war gemacht.
Das abschließende Spiel gegen Finnland verlief dann erwartungsgemäß,
bemerkenswert ist aber dennoch, dass die international noch unerfahrene deutsche
Mannschaft, gegen eine sehr gut aufgestellte finnische Mixed-Mannschaft durchaus
ansehnlich mitspielen konnte, am Ende stand es 2-0 (5:8, 1:11) für Finnland.
Ein Frauen-Team konnte diesmal leider noch nicht gestellt werden, im nachhinein bedauerlicherweise, da mit den sehr guten, in Deutschland spielenden Frauen durchaus eine Finalteilnahme gegen Finnland möglich gewesen wäre. Hier sollten alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um beim nächsten World-Cup in Deutschland diesen kleinen Wehrmutstropfen auch noch zu beseitigen!
Soviel zum sportlichen Teil des Turniers!!
Mindestens
ebenso hoch einzuschätzen sind aber auch die vielen gemeinsam verbrachten
Stunden mit den gegnerischen Teams, sei es beim Grillen, beim Saunaabend oder
bei den offiziellen und inoffiziellen Feiern am Ende des Turniers. Hierbei konnten
viele neue Kontakte und auch Freundschaften innerhalb der international gesehen
doch recht kleinen Pesis-Gemeinschaft geknüpft und gegründet werden.
Unvergessen sind hierbei sicherlich der Grill-Abend im finnischen und australischen
Quartier und der kombinierte Sauna-/Grillabend in Tvetagården, dem außerordentlich
schönen und gemütlichen deutschen Quartier mit Seezugang.
Bei diesen gemeinsamen Unternehmungen zeigte sich mal wieder, dass trotz allem
sportlichen Ehrgeiz am Pesisplatz der freundschaftliche Umgang miteinander und
der gegenseitige Respekt, auch der finnischen Mannschaften gegenüber den
kleinen Pesisnationen, überwog.
Jetzt freut sich Deutschland darauf den nächsten World Cup im eigenen Land zu veranstalten, mit der Gelegenheit, etwas von der so reichlich erfahrenen Gastfreundschaft bei den letzten World Cups in Finnland, Australien und Schweden zurückzugeben.
Herren-Team: Kay Bernlöhr (Merklinger Löwen), Antti Wolk, Sven Rohlffs,
Matthias Menschel, Rulof Albert, Hannu Hötte (Reinin Reipas), Konsta Oikonomides,
Mika Balz (Nürnbergin Palloveikot), Stefan Jarek, Oliver Günther (Vechelde
Blue Rats), Markus Olivier, Reino Savela, Matti Manner (Münchenin Mailajussit),
Andrej Augustin, Sami Ott (Tahko Berlin). Trainer: Marko Ametsbichler
Mixed-Team: Saara Uusiheimala, Markus Zürnstein (Nürnberin Palloveikot), Mari Laasanen, Lisa Drews, Wolfgang Drews, Jörn Kusnerow (Merklinger Löwen), Ira Kolehmainen, Reino Savela, Matti Manner (Münchenin Mailajussit), Andrej Augustin (Tahko Berlin), Oliver Günther, Stefan Jarek (Vechelde Blue Rats), Matthias Menschel (Reinin Reipas). Trainer: Marko Ametsbichler