Pesäpallo
ist eine finnische Ballsportart, die dem American Baseball ähnelt.
Doch die Unterschiede sind groß.
Infos auch auf Wikipedia.
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Wo kommt Pesäpallo her - historischer Hintergrund?
Pesäpallo
ist eine finnische Feld-Sportart, die am Anfang des 20. Jahrhunderts von dem
Finnen Lauri Pihkala entwickelt wurde.
Als Ausgangspunkt hat Pihkala ein altes Nationalspiel, Kuningaspallo (Königsball)
gewählt. Kuningaspallo war ein sehr beliebtes Spiel in Finnland –
genau wie viele andere Ballschlag-Spiele überall auf der Welt damals: in
Schweden wurde Långboll, in Deutschland Schlagball und in Rußland
Laptá gespielt.
Die größten Eindrücke bekam Lauri Pihkala jedoch in Nord-Amerika.
Er war begeistert von der Klarheit und Schnelligkeit des amerikanischen Baseballs,
ihm gefiel nur das breite Spielfeld, der schwierige Anwurf (horizontal) und
das langsame Tempo jedoch nicht. Pesäpallo hat aber vieles mit Baseball
gemeinsam. So gibt es beispielweise drei Pesäs (Base) und jede Mannschaft
besteht aus neun Spielern.
Dem Schlagmann stehen drei Schläge zur Verfügung, danach wird der
Schlagmann zum Läufer. Sind drei Läufer verbrannt worden, wird gewechselt.
Die wohl auffälligsten Unterschiede zum Baseball sind das rechteckige Spielfeld
und der vertikale Anwurf über einer Anwurfplatte. Der vertikale Anwurf
hat eine sehr hohe Trefferquote zur Folge. Im Unterschied zum Baseball darf
der Schlagmann drei Schläge ausführen, ohne bei einem Treffer zum
Läufer werden zu müssen.
Von 1915 bis 1920
wurde das Spiel, das zuerst Pitkäpallo (Langball) genannt wurde, neben
dem alten Kuningaspallo gespielt. Die ersten Pesäpallo-Spiele auf nationaler
Ebene fanden 1919 statt.
Als Idealist und Erzieher wollte Lauri Pihkala ein Mannschaftsspiel erschaffen,
in dem ein Spieler den anderen hilft, sich gemeinsam von einer Base zur anderen
vorzuarbeiten. Nach den Spielregeln erzielt der Spieler, der eine Runde geschafft
hat, für seine Mannschaft einen Punkt. Soweit die Spielidee - auf den Punkt
gebracht.
Pesäpallo ist also mit dem Baseball verwandt, jedoch ist es so stark verändert,
dass es eine eigene Sportart bildet. Ein Baseball und ein Pesäpallo Team
könnten zum Beispiel nicht gegeneinander spielen. Das Regelwerk ist zu
unterschiedlich. Im Grunde lässt sich zusammenfassend sagen, dass durch
die Unterschiede, das Pesäpallo dem Baseball gegenüber eine temporeichere
und ereignisreichere Sportart ist, welche aber ebenso faszinierend und interessant
ist wie der große Bruder aus Amerika.
Pesäpallo wurde in Finnland über Suojeluskunta („Bürgerwehr“,
„finnische Schutztruppe“) verbreitet. Aufgrund der Organisation
von Suojeluskunta war Pesäpallo bald weiter verbreitet als die Mestaruussarja
(1. Liga). Auch die Sportvereine und Schulen haben dazu beigetragen, dass Pesäpallo
so populär in Finnland wurde. Pesäpallo – oder Pesis, wie die
Finnen das Spiel nennen – wird heute immer noch im Schulsport betrieben.
Als Pesäpallo in Finnland eingeführt wurde, gab es schon zahlreiche
Sportplätze mit Tribünen. Pihkala legte Wert darauf, daß man
Pesäpallo auch auf einem normalen Sportplatz spielen konnte. Den Platz
bestimmt die Länge und Breite des Spielfelds, die immer gleich ist. Dennoch
haben viele Gemeinden in den letzten Jahren attraktive Stadien speziell für
Pesäpallo gebaut.
Ende der 30er war Pesäpallo die beliebteste und meistbesuchte Sportart.
Die meisten Spieler waren vom Lande, aber die Spitzenmannschaften kamen aus
den Städten. Erst in den 60er Jahren mußte Helsinki seine Vorherrschaft
in Pesäpallo dem Pohjanmaa übergeben. Das traditionelle All-Stars-Spiel
(Itä-Länsi) wurde zum ersten Mal 1932 ausgetragen.
In Finnland wird Pesäpallo heute in fünf verschiedenen Ligen gespielt,
wobei seit 1990 die "Superpesis" Liga die höchste Liga mit der
besten Spielklasse Weltweit darstellt. Seit der Einführung der Superpesis-Liga
ist Pesäpallo ein professioneller Sport mit hoher Medienpräsenz geworden,
was man auch an der Anzahl der vielen Sponsoren feststellen kann.
Finnische Auswanderer haben Pesäpallo auch über Finnland hinaus bekannt
gemacht. Die meisten aktiven Spieler gibt es in Australien, Deutschland, Schweden,
Estland und auf der Insel Hokkaido, wo alle Spieler Japaner sind. Auch finnischgebürtige
Amerikaner und Kanadier widmen sich dem Spiel in den Sommermonaten. In Deutschland
wird schon seit über 12 Jahren Pesäpallo gespielt. Die Mannschaften
haben sich häufig durch die Initiative der finnischen Schulen entwickelt.
Nachdem sich Deutschlandweit 6 Mannschaften gefunden haben, wurde 1994 die Deutsche
Pesäpallo Liga (DPL) gegründet. Im Internationalen Vergleich, der
dreijährig durch eine Weltmeisterschaft ausgetragen wird, steht Deutschland
bisher nach Finnland und Schweden an dritter Stelle.
Wo wird
Pesäpallo gespielt?
In Deutschland wird schon seit vielen Jahren Pesäpallo gespielt. Die Mannschaften
haben sich häufig durch die Initiative der finnischen Schulen entwickelt.
Nachdem sich Deutschlandweit 6 Mannschaften gefunden haben, wurde 1994 die Deutsche
Pesäpallo Liga gegründet.
In Finnland wird Pesäpallo in fünf verschiedenen Ligen gespielt, wobei
die "Superpesis" Liga die höchste Liga mit der besten Spielklasse
Weltweit darstellt.
In weiteren Ländern wie Schweden, Estland, Schweiz, Australien und England
wird ebenfalls Pesäpallo betrieben, wobei die Spielklasse und Organisationsgrad
in etwa die der DPL entsprechen.
Im Internationalen Vergleich, der dreijährig durch eine Weltmeisterschaft
ausgetragen wird steht Deutschland bisher nach Finnland und Schweden an dritter
Stelle.
Die Spielidee
Pesäpallo hat vieles mit Baseball gemeinsam. So gibt es beispielweise drei Pesä
(Base) und jede Mannschaft besteht aus neun Spielern.
Der Schlagmann hat drei Schläge zur Verfügung, dannach wird der Schlagmann zum
Läufer. Sind drei Läufer verbrannt worden, wird gewechselt.
Die wohl auffälligsten Unterschiede zum Baseball sind das rechteckige Spielfeld
(Foto) und der vertikale Anwurf über einer Anwurfplatte. Der vertikale Anwurf
hat eine sehr hohe Trefferquote zur Folge. Im Unterschied zum Baseball darf
der Schlagmann drei Schläge ausführen, ohne bei einem Treffer zum
Läufer werden zu müssen.

Dadurch, daß das Spielfeld begrenzt ist, muß der Ball plaziert geschlagen werden,
was sich bedingt durch den vertikalen Anwurf auch leichter machen lässt.
Allerdings darf man den vertikalen Anwurf nicht unterschätzen, denn in
der Praxis zeigt sich dass insbesondere Anfänger ihre Schwierigkeiten mit
dem Treffpunkt haben.
Homeruns, wie man sie vom Baseball kennt sind bei diesem Sport schlechte Schläge,
da sie im Aus landen und somit ungültig sind. Dennoch gibt es auch im Pesäpallo
den so genannten "Kunnari", welcher erreicht wird, wenn ein Läufer
vom Homebase bis zum dritten Base durchlaufen kann ohne dabei verbrannt zu werden.
Im Grunde lässt sich zusammenfassend sagen, dass durch die Unterschiede,
das Pesäpallo dem Baseball gegenüber eine temporeichere und ereignisreichere
Sportart ist, welche aber ebenso faszinierend und interessant ist wie der große
Bruder aus Amerika.

Wird der Ball direkt aus der Luft gefangen (Koppi), ist der Schlagmann
nicht automatisch verbrannt sondern nur "verletzt" (haavattu),
vorausgesetzt er erreicht das Pesä vor dem Ball.
Ein weiterer Unterschied ist die Größe der Pesäs. Die Pesäs sind
ein Halbkreis mit einer dahinterliegenden Schutzzone von 10 Metern. Durch die
Größe der Pesäs sind grobe Fouls stark begrenzt, wodurch das Spiel schneller
wird.
Das Spiel
erfordert neben sportlichen Fähigkeiten wie Laufen, Werfen, Fangen und Schlagen
auch blitzschnelle Reaktionen und gutes Spielverständnis.
Das
Material
Die Schläger sind aus Glasfiber/ Kohlefaser Gemischen. In der Regel sind die
Schläger bis zu 1m lang und von 580g bis 640g schwer. Die Hersteller sind
Karhu, Exel und Pyhis.
Die Bälle sind
ähnlich groß wie Baseballs, jedoch schwerer und härter.
Die Fanghandschuhe (Räpylä) sind aus Leder und haben einen Fangbeutel.